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Hinweis auf Ferienzeiten Deutschland Dänemark 2026

Skizze einer Motorradreise Kiel Dänemark

Insel Årø

Altes Land

Insel Helnæs

Elbe-Lübeck-Kanal

Insel Pellworm

Insel Baagø

Nordstrand
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Campinghütte mit Pieps

Mikroabenteuer - kleine Fluchten

Über 'Kleine Fluchten' haben wir schon 2019 intensiv diskutiert. In kurzer Zeit kamen über achtzig Beiträge. Nun wird das Thema richtig wichtig, denn 2026 werde ich zuhause gebraucht, lange Reisen sind nicht drin. Deshalb mache ich das Thema erneut auf, inklusive der vielen guten Kommentare. Den Originaltext von 2019 habe ich überarbeitet und aktualisiert.

Zelt und Pieps mit LandkarteNeulich in der Lüneburger Heide, Camp Oertzewinkel

Es ist fremd und ungewohnt, keine große Reise in der Pipeline zu haben, keinen Ordner voller GPX-Tracks und keine Fähr-Tickets, doch wir wären nicht Svenja und Pieps, wenn wir nicht einen Plan-B hätten: Hauptsache, Motorradfahren, unterwegs sein, zelten oder eine Hütte mieten, Bilder machen, Geschichten erleben, Entrecôte atomisieren, Bier trinken, lesen, Köpper üben und Körsch-Eis essen.

Auch kurze Reisen können große Abenteuer sein – kürzere zwar – doch Abenteuer, nonetheless. Eine meiner besten Reisen, Mandø, hat bloß 48 Stunden gedauert und war trotzdem total abenteuerlich und intensiv. Besonders, weil ich nicht genau wusste, wie schnell die Flut kommt.

Eine andere Kurzreise dauerte fünf Tage, als ich die neue Africa Single eingefahren habe für Island. Es ging in die Lüne­burger Heide. Nicht Irland, nicht Frankreich, nicht Norwegen, sondern in die olle, spießige Lüneburger Heide. Und es war grandios! Manche Kurzreisen sind mir als schöner in Erinnerung als vier Wochen Irland.

Kahnemanns peak-end-rule

Eine mögliche Erklärung, wie es diese eher mickrigen Kurzreisen schaffen konnten, sich derart positiv in der Erinnerung festzusetzen, liefert vielleicht Kahnemanns peak-end-rule, die Spitzen-Ende-Regel.

Auf Reisen übertragen bedeutet sie, dass für die nachträgliche Bewertung des Erlebten nicht die gesamte Reise entscheidend ist, sondern lediglich der intensivste Moment (Peak) und das Ende. Eine mittelmäßige Reise kann rückblickend großartig gewesen sein, wenn sie einen stark positiven Peak und ein prima Ende hatte. Sie kann aber auch komplett als negativ im Gedächtnis bleiben, wenn es ein stark negatives Erlebnis gab und auch das Ende negativ war, vielleicht weil es auf der Rückreise tagelang bloß noch geregnet hat.

Die Schönwetter-Garantie

Zumindest den Dauerregen können wir ausschließen, denn ein absolutes Highlight von Mikroabenteuern ist ihre eingebaute Schönwetter-Garantie!

„Wie das denn?“

„Weil man bei Regenwetter gar nicht erst losfährt, Stupid!“

Stattdessen behält man die Wetter-App im Blick und wartet geduldig bis Wetteronline drei gelbe Sonnen in Folge zeigt, und lässt erst dann die Kupplung kommen. Die Regenkombi darf zuhause bleiben.

Außerdem beginnt die Reisesaison für Mikroabenteuer schon früher. Den Beginn langer Reisen plane ich monatelang im Voraus – Termin der Fähre, Autozug, Buchung bestimmter Unterkünfte, wann beginnt im Urlaubsland die angenehme Jahreszeit?

Für Mikroabenteuer gilt jedoch: Sowie es drei sonnig trockene Tage am Stück gibt, können wir los. Temperaturen sind zweitrangig, solange es bloß tagsüber ok ist zum Motorradfahren.

Großes Schiff im Nord-Ostsee-KanalAm Nord-Ostseekanal – Unterwegs zu einem 48h-Abenteuer

Die 48-Stunden-Reise

Mit guten Ideen, viel Fantasie und etwas Glück können aus kleinen Reisen große Erlebnisse erwachsen. Darauf baue ich fest, denn Mikroabenteuer müssen dieses Jahr die langen Reisen nach Sonstwohin ersetzen.

Wir werden künftig häufiger, aber nicht mehr so lange am Stück und auch nicht mehr so weit weg reisen können. Dafür wird es viele unterschiedliche Reisethemen und mehr Tage in euphorischer Aufbruchstimmung geben, die den Beginn jeder Reise ausmachen – auch der kleineren.

Gerade sammele ich Ideen für mögliche Motorrad Kurzreisen, einige stehen als bunte Kacheln auf dem Seitenrand.

Sowie Wetteronline die ersten schönen Tage ins Netz stellt, geht es los. Bis dahin steht die Ortlieb Rolle gepackt im Flur und das passende Motorrad vollgetankt und startklar im Keller.

Ich bin Feuer und Flamme für das neue Reiseformat, aber auch skeptisch. Ob das funktionieren kann? Lässt sich ein Reisefieber auch stillen, ohne dafür wochenlang in die Ferne zu reisen?

Im Geiste höre ich schon wieder Herrn Owusu: „Armes reiches Mädchen ... hat so schlimme, schlimme Sorgen, arme Svenja.“

„Blödmann!“

Herr Owusu erdet mich – wie immer. Also: Das wird super werden!

Wenn ihr eine Idee für uns habt, ein interessantes Reiseziel, ein cooles Camp, eine besondere Übernachtungsform, Baumhaus oder Hausboot, Besichtigung und Erlebnis, dann bitte her damit!

Resümee

In diesem Jahr ist keine Zeit für große Reisen. 2026 wird das Jahr der Mikroabenteuer mit Motorrad, Zelt und Bratpfanne. Ich will Motorrad fahren, unterwegs sein, fotografieren, schreiben und lesen, Pieps will Köpper üben und Körsch-Eis mampfen. Und abends gibts Entrecôte. Im Grunde alles wie immer...


Originaltext aus 2019.
Überarbeitet 02/2026, Kommentare (waren: 86) blieben erhalten. Neue sind erbeten. 😊 🐭

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Svenja Svendura EndurowandernMade by Svenja Svendura on Apple iMac with Panic Coda and Photoshop Elements.