Reise nach Island
Tag 1: Kiel - Silkeborg
Tag 2: Silkeborg - Hirtshals
Tag 3: Hirtshals - Norröna
Tag 4: Shetlands - Färöer
Tag 5: Seyðisfjörður - Möðrudalur
Tag 6: Vormittag: Zur Askja
Tag 6: Nachmittag: Zur Herdubreid
Tag 7: F88 - Dettifoss - Ásbyrgi
Tag 8: Ásbyrgi - Myvatn
Tag 9: F26 - Sprengisandur
Tag 10: F821 - Akureyri - Blönduos
Tag 11: Kjölur - Kerlingarfjöll
Tag 12: Kjölur-Geysir-Pingvallavatn
Tag 13: Pingvallavatn - Holmavik
Tag 14: Holmavik - Flokalundur
Platzhalter Motorradreise Island
Platzhalter Motorradtour Island
Platzhalter Islandreise
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Am Geysir

Das erste Foto des Tages macht Claudia über die Webcam in Kerlingarfjöll. Während ich bei Kälte und Wind mein Zelt abbaue, sitzt sie zuhause bei Kaffee und Keksen und schaut genüsslich zu. Vielleicht auch beim Mittag, denn hier ist es zwei Stunden früher.

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Ich fahre zurück auf die Kjölur. Welch eine Rüttelpiste. Heute morgen finde ich nicht das richtige Tempo. Schneller ist besser, spüre ich, aber dann nagele ich mit 70 Sachen in ein Schlagloch, dass ich Angst um die Felgen bekomme. Nichts passiert, die Enduro hält mehr aus als ihre Pilotin, aber ich bin vorsichtig und fahre nicht mehr schneller als 40 km/h.

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Das Wetter ist im Grunde nicht schlecht. Es regnet zwar leicht, aber auf Fotos sehen dunkle Wolken immer dramatisch aus. Besonders weil sich im Hintergrund der Gletscher Langjökull ins Bild wälzt. Aus der Ferne sieht er aus wie ein Rodelberg, aber das Eis ist mehr als einen halben Kilometer dick. Spielt aber keine Rolle, in 150 Jahren ist er weg. Abgetaut.

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Die 35 fährt sich wie ein matschiger Feldweg, der kein Ende findet. Anders als Pieps, die sauber und trocken im Tankrucksack hockt, sehe ich aus, wie die Letzte im Zieleinlauf des Gotland Grand National.

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60 km hinter Kerlingarfjöll geht die Kjölur in Asphalt über und ich müsste schwindeln, wenn ich behaupten würde, dass ich es nicht genieße. Es ist ein prima Gefühl mit 90 km/h dahinzugleiten, ohne ständig Ausschau nach Steinen und Löchern zu halten, die uns nach den Felgen trachten.

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Ein Stück voraus wabert Dampf in der Landschaft. Zuerst denke ich an ein weiteres Thermalgebiet, aber die Sensoren sagen etwas anderes: Das ist Gullfoss. Eines der Topziele auf dem Golden Circle und sicher ein Grund mit, weshalb die 35 hier asphaltiert ist.

Claudia hatte mich gewarnt: "Blende die vielen Menschen einfach aus und sieh dir in Ruhe den Wasserfall an. Er ist wirklich sehenswert. Lass dich nicht stören und bring ein paar schöne Bilder mit."

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Der Golden Circle ist die Route, für die Kreuzfahrt­passagiere in Busse verfrachtet und im Eiltempo durchs Land gefahren werden. Nirgends wird das deutlicher als hier. Rund um die Anlage gibt es Großparkplätze mit Markierungsstreifen für hunderte Autos und Dutzende von Reisebussen.

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In der Mitte thront das Besucherzentrum mit Restaurant und Café, einem Outdoor Shop, einer Ausstellung mit Multimediashow und natürlich einem Laden für Souvenirs aller Art. Der Parkplatz am Center ist fast vollständig belegt. Ich stelle die Enduro am Eingang zwischen den Hier-nicht-parken Steinen ab und gehe hinein.

Scharen von Touristen, die gerade herein wollen, ungeduldig zum Ausgang drängen, oder am Restaurant anstehen und mit in den Nacken gelegten Köpfen die Karte an der Wand studieren. Etwa ein Drittel Europäer, ein Drittel Amerikaner, ein Drittel Asiaten. Rest: Pieps und ich.

Ich bin fest entschlossen, etwas Negatives über den unglaublichen Trubel und die anderen Touristen zu sagen, auf die Art fühl ich mich überlegen, aber in dem Moment, als ich aus der matschigen Kälte des isländischen Hochlands in die wohlige Wärme des Centers komme und mich ein Duft von Kaffee und Gebäck umfängt, werde ich weich. Es ist ganz wunderbar hier. Vor allem warm und überdacht.

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Wer nach Island reist, hat zwei Möglichkeiten: Entweder er akzeptiert die horrenden Preise, zahlt, lächelt und genießt, oder er dreht jeden Hunderter zweimal um, zahlt trotzdem und ärgert sich die gesamte Reise über. Ich hatte früh beschlossen mich nicht zu ärgern, fleißig zu konsumieren und notfalls meinen Körper zu verkaufen, falls das Geld knapp wird.

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Nur mit dieser Einstellung kann ein Mensch, der nicht gerade Isländer, Schweizer, oder Dagobert Duck ist, es überhaupt ertragen, eine Bestellung aufzu­ge­ben. Ich bin bereit, ohne Rücksicht auf ein finan­zielles Desaster, zu bestellen, was Pieps und ich essen möchten: "One Panino and Coffee and a Piece of that Chocolate Banana Cake, please." Dabei zeige ich mit dem Finger auf die Schokoladentorte, die fett im obersten Regal thront. Allein das hätte mich stutzig machen sollen.

"That's 3.270 krona, please. Coffee goes with free refills."

"A great iclandic tradition that refill thing", sage ich betont lässig, um mir den Schock nicht anmerken zu lassen über fast 27 € für ein belegtes Brot, ein Stück Kuchen und eine noch unbestimmte Menge Filterkaffee.
(Anm. d. Red.: Preise bezogen auf den Kurs vom Aug. 2018.)

"Pah!" sage ich mir, während ich das Plastiktablett an einen Tisch trage. "Nur Angsthasen und Geizhälse gucken vorher auf die Karte." Dann hätte ich allerdings auch gesehen, dass der Kuchen nicht nur 10,50 € kostet, sondern auch noch 'Gluten free' ist. Was immer das bedeutet. Vermutlich irgendein geheimer Baumsteichlercode für: Schmeckt nicht, ist aber schweinemäßig gesund.

Ich setze mich mit Pieps an einen freien Platz und nehme mir das Panino vor. Ein flaches Brot heiß aus der Sandwichpresse, belegt mit Schinken und großzügig überbacken mit Schmelzkäse. Es ist erstaunlich lecker. Vielleicht nicht gerade 13-Euro-erstaunlich-lecker, aber immerhin.

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Die Torte ist derart mächtig und Gluten-free, dass ich für knapp drei Euro übrig lasse und selbst Pieps übt sich in eigenartiger Zurückhaltung.

Inzwischen sind wir satt, durchgewärmt und ich so voller Filterkaffee, dass es glucksende Geräusche gibt, wenn ich zu schnell gehe. Ein bisschen klingt es, als hätte ich Wasser in den Gummistiefeln.

Jetzt wollen wir uns den Wasserfall ansehen. Der Weg zum Ausgang führt durch den Souvenirshop. Ob in einem Kloster der Auvergne, oder an einem Wasserfall in Island, man muss immer durch den Souvenirshop.

Auf einem Tisch steht eine kleine Armada emaillierter Kaffeebecher mit Island­motiven. So einen will ich! Den kann ich direkt auf meinen Kocher stellen und darin Kaffeewasser heiß machen. Dann spare ich den Topf.

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Zu KTM-Zeiten hätte ich ohne Zögern den Orangen genommen, passend zu meinem KTM Zelt, KTM T-Shirts, KTM Mützen und was der Katalog sonst noch hergab. Ich war ein Riesenfan, aber die aufwendige Wartung und ein Motorschaden haben mich reumütig zurück nach Japan gehen lassen: "Power is nothing without Zuverlässigkeit."

Nach ewig unentschlossenem Abwägen entscheide ich mich für den mit dem Wikinger drauf. Nein, doch nicht. Ich will den mit der Islandkarte.
Nein stopp! Doch lieber den Weißen mit dem Stern und der Aufschrift 'Reykjavik - Iceland - Done that'.

Auf dem Weg zum Tresen sammele ich noch zwei Island Patches ein, die Claudia mir sicher auf die Jacke näht, wenn ich sie lieb darum bitte und mit Kaffee und Chokinis besteche. Glücklich wie immer, wenn ich etwas im Grunde Sinnloses gekauft habe, verstaue ich die Beute im Tankrucksack und mache mich auf zum Wasserfall.

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Wie alle isländischen Wasserfälle ist auch Gullfoss groß und mächtig, schäumend vor Kraft und macht einen Höllenlärm. Trotzdem berührt er mich nicht so sehr, wie Aldeyjarfoss an der Sprengisandur.

Aldeyjarfoss ist frei, wild und gefährlich, während Gullfoss ein Tiger im Käfig ist, umgeben von Geländern, Treppen und Bohlenwegen, die den fotografierenden Touristen Schutz bieten vor der ungezähmten Natur.

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Wasserfälle sind im Grunde bloß Pflichtteil jeder Reise, ob in Island oder anderswo. Ich guck sie an, weil sie eben da sind und natürlich mach ich ein Foto, aber für mehr als einen anerkennenden Blick und ein kurzes: "Ah, ja. Schön", reicht es dann doch nicht. So auch hier.

Island fasziniert am meisten gerade zwischen den bekannten Attraktionen. Da wo nichts ist, außer der unendlichen Mondoberfläche, dem Nichts, der kargen Steinwüste, der erstarrten Lava und den brutalen Flüssen. Das stundenlange Fahren auf üblen Pisten von einem Horizont zum nächsten, immer mit der Unsicherheit, wie tief der nächste Fluss ist und ob man ihn furten kann. Das ist es, was ich nirgendwo sonst jemals erlebt habe und was Island in Europa so absolut einzigartig macht. Wenn bloß wir nicht wären, die vielen, viel zu vielen Touristen.

Auf dem Parkplatz komme ich mit einem Biker aus Bielefeld ins Gespräch, der, wie sich herausstellt, in meinem Alter, aber sonst sehr sympathisch ist. Er macht sich Sorgen wegen der Kjölur, aber meine frischen Eindrücke beruhigen ihn: Die 35 enthält keine Schwierigkeiten. Ohnehin kein Problem für die alte Yamaha XT. Selbst mit Schwierigkeiten.

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Fünf Kilometer weiter liegt die nächste, wenn nicht die Attraktion des Golden Circle: Der Geysir. Von ihm haben alle Geysire der Welt ihren Namen, auch wenn die Springquelle, die heute noch zu bestaunen ist, ganz anders heißt.

Auf dem Parkplatz am Geysir steht eine einzelne Automatensäule mit Diesel und Super 95. Das erste Benzin, seit ich vor zwei Tagen Blönduos verlassen habe. Ich lasse den Tank bis zum Stehkragen vollaufen.

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Der Himmel zieht sich mehr und mehr zu. Es wird bald Regen geben. Ich lasse die Honda am Besucherzentrum stehen und stiefele mit schnellen Schritten dahin, wohin alle stiefeln.

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Um einen dampenden Krater herum stehen Leute. Das muss er sein, der Geysir. Während ich noch darauf zu gehe, geschieht plötzlich alles auf einmal: Ein Schrei ‐ unverkennbar eine Amerikanerin ‐ ein Blubbern, ein Zischen und fauchend schießt eine Säule aus Wasser und Dampf in den Himmel. Man muss schnell sein. Wer erst beim Schrei der Amerikanerin die Foto­tasche aus dem Auto holt, könnte zu spät kommen.

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Inzwischen hab ich die Zeitabstände ungefähr raus. Er schießt etwa alle fünf Minuten. Ich setze das 90 mm Objektiv auf die Kamera und gehe ein Stück weg, damit ich Leute als Größenvergleich mit drauf bekomme. Außerdem macht es Spaß, ihnen zuzusehen. Chinesen, Franzosen, Italiener und Amis, alle stehen angespannt um ein Loch im Boden und halten ihre iPhones, Lumixe, Olympusse und Nikons in die Luft. Die wahren Experten stehen mit dem Rücken zum Geysir und halten am langen Arm einen Selfie Stick von sich, ein viel unterhaltsameres Motiv, als so ein langweiliger Dampfstrahl.

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Ich schalte auf Dauerfeuer, stelle die Schärfe ein, halte den Sucher vors Auge und warte. Mir schläft der Arm ein. Gerade als ich nicht mehr kann, startet die bekannte Choreographie: Frau schreit, Loch blubbert, Dampf faucht, Wasser zischt, Kamera klickt.

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Es beginnt zu regnen. Erst ganz leicht und dann immer heftiger. Wir sind hier fertig. Ich stiefele zurück. Eine chinesische Reiseleiterin steht mit dem Fähnchen in der Hand und wartet auf ihre Gruppe. Vermutlich hat sie das hier schon unzählige Male gesehen und es hängt ihr längst zum Hals raus: "Please follow me with the yellow flag."

Ich will mich nicht lustig machen. Irgendwann kommt auch für mich die Zeit, wenn ich Busreisen mache, an fünf von sieben Tagen Crocs trage und dazu ultraleichte Sieben­achtel­hosen mit Gummizug.

Aber nicht heute!

Ich starte die Enduro und fahre weiter. Unsere Vorräte gehen zur Neige. Vor allem die Mozartkugeln. Ich muss einkaufen. Ein Mensch überlebt etwa sechs Wochen ohne Wasser, drei Tage ohne Fleisch, aber nur einen Abend im Zelt ohne Mozartkugeln.

Laugarvatn ist der erste Ort, durch den wir seit Tagen kommen und er wird für heute der Einzige bleiben. Die letzte Zählung ergab 177 Einwohner. Die MKWS, die Mozartkugelwahrscheinlichkeit, beträgt gleich Null. Wir können uns glücklich schätzen, wenn es da überhaupt einen Laden gibt.

Tatsächlich gib es sogar einen kleinen Supermarkt. Ein schraddeliger Laden, vollgestellt mit Kühltruhen und Regalen, aber immerhin ein Laden. Vermutlich ist es seine Lage am Golden Circle, die für genügend Kund­schaft sorgt, in diesem Fall Pieps und ich.

Die Auswahl an Frischfleisch ist winzig, aber eine Sache haben sie: Lamm. Ich stöbere durch die Packungen und entscheide mich für einen Strang Lammfilet. Ich habe noch keine Idee, wie ich ihn gar kriegen soll, aber er sieht einfach zu verlockend aus.

Eine Truhe daneben hat Pieps den Gammelhai entdeckt, tiefgefroren und in winzige Töpfchen verpackt. Sie sieht mich fragend an. "I wouldn't recommend it", imitiere ich die Rangerin auf Sprengisandur, und um es deutlicher zu machen: "Auf keinen! Da ist vergammelter Stinkefisch drin." Pieps verliert umgehend jedes Interesse an dieser isländischsten aller isländischen Spezialitäten.

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Wie kann man sowas nur derart bunt einpacken und damit für Kinderaugen erst interessant machen? Unverantwortlich!

Mozartkugeln haben sie nicht. Stattdessen kaufe ich zwei Riegel einer isländischen Schokoladenfirma. Ein müder Ersatz, aber besser als nichts.

Heute schlagen wir das Zelt am Pingvallavatn auf. Die Leute kommen in die Gegend, um die Allmännerschlucht und die Silfra-Spalte zu besuchen, aber wir sind hier wegen des Campingplatzes.

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Vatnskot ist ein einfacher Platz für Zelte direkt am Ufer des Pingvallavatn. Es gibt ein hölzernes Klohäuschen, zwei Becken mit Kaltwasser und einen Picknicktisch. Der ADAC würde keinen Stern verleihen, aber von Pieps und mir bekommt er vier für die Ruhe. Keine Menschen. Einen Stern ziehe ich ab für das fehlende Heißwasser zum Abwaschen.

Es steht nur ein weiteres Zelt auf dem Platz, ein Hilleberg Staika. Das Zelt für Island. Eine Frau wohnt darin. Allein. Sie ist mit dem Fahrrad unterwegs. Zwei allein reisende Damen mit Zelt. Eine auf dem Rad und eine mit der Enduro.

Was Zelte betrifft, kann ich nicht leugnen, dass ich mich systematisch nach oben geschlafen habe: Vom ALDI-Zelt für 29 Mark, über ein Vaude und ein Salewa hin zu einem Exped Orion Extreme für 650 €. Sollte ich das einmal satt haben, ist Hilleberg vom Versand fällig. Erst dann bin ich an der Spitze angekommen: Im Oval Office des Zeltcampings.

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Kurz darauf treffen zwei weitere Radfahrer ein und errichten ihr Lager. Ein Pärchen aus Kanada. Sie haben die Bikes im Flugzeug mitgenommen. Zwei ausgesprochen freundliche Menschen. Die Dame im Staika dagegen ist eher wie ich: Ein freundlicher Blick als Kontakt genügt.

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Als das Zelt steht, fahre ich zur Rezeption. Sie liegt 5 km entfernt im Service Centre des Þingvellir National Park. Die Übernachtung kostet 1.600 Kronen. Ich bekomme einen Sticker, den ich ans Zelt kleben soll. Einmal täglich kommt ein Ranger vorbei und prüft, ob alle bezahlt haben.

Der Regen hat vor Stunden aufgehört, aber am See ist es kalt und windig. Zeit fürs Abendessen. Ich schneide das Filet in Streifen und brate es in Olivenöl an. Heute bekomme ich nicht genug Hitze in die Pfanne, dabei ist das Gas voll aufgedreht. So wird das Fleisch niemals gar. Ich nehme den Kochtopf und stülpe ihn umgedreht über das Fleisch. Schon bald brutzelt es darunter verheißungsvoll.

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Es ist immer wieder unglaublich, welch ein gutes Essen man in einer Küche zubereiten kann, die nicht mehr bietet, als eine Bratpfanne, etwas Salz und Olivenöl. Ein Lammfilet, so zart wie Butter und knusprig wie ein Wiener Schnitzel. Ich hätte zwei kaufen sollen, denke ich seufzend, selbst wenn ich für den Preis ein komplettes Weihnachtsmenü im Ratskeller bekommen hätte.

Das Essen aus der eigenen Küche werde ich am meisten vermissen, wenn ich demnächst ‐ eventuell ‐ meine erste Reise ohne Campingausrüstung mache. Im Gegenzug handele ich uns dafür wohl ein gutes Frühstück ein. So oder so wird es ein interessantes Experiment werden.

Den Abend verbringen ich mit Pieps im Zelt bei Lesen und Schokolade. Ich weihe den neuen Becher ein, indem ich etwas Wasser hineinkippe und ihn direkt auf den Kocher stelle. Als das Wasser heiß ist, kippe ich eine Tüte Kaffeepulver hinein. Funktioniert prima und geht blitzschnell. Für Pieps habe ich drei Tütchen Kakaopulver dabei.

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Der isländische Schokoriegel ist eine Besonderheit, weil er von einem isländischen Schokoladenhersteller stammt, aber das ist auch die einzige Besonderheit an ihm. Der Geschmack ist es jedenfalls nicht. Allein Pieps mümmelt die getreidig schmeckende Schokolade mit dem gewohnten Gleichmut in sich hinein. Soll sie, denke ich, wenigstens musste dafür keine Kakaobohne ihr Leben lassen.

Es ist ruhig im Camp. Auch die Anderen haben sich früh in ihre Zelte zurückgezogen und liegen vermutlich ebenfalls im Bett, lesen, essen, schlafen, oder unterhalten sich.

Pieps ist über ihrem Pixiebuch eingeschlafen und mir fallen auch bald die Augen zu. Morgen liegen über 300 km vor uns. Die Verbindungsetappe in die Westfjorde.

Gute Nacht, Welt …

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Die Highlights auf der 35, Kjölur-Route, sind die Hütten in Hveravellir und Kerlingarfjöll. Besonders letztere ist eine Perle im Hochland, die viel zu schön ist, um dort nur eine Nacht zu bleiben. Die Kjölur ist einfach zu fahren. Rumpelig, aber ohne Furten und Sandfelder.

Morgen geht es in die Westfjorde. Sie liegen weit ab von allem anderen, aber ich bin sicher, dass der Umweg sich lohnt.



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Svenja Svendura EndurowandernMade by Svenja Svendura on Apple iMac with Panic Coda and Photoshop Elements.